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03-2021-2

Es ist ein Novum: Keinen ausgeschütteten Gewinn der Bundesbank

Das erste Mal seit 1979 gibt es in diesem Jahr keinen ausgeschütteten Gewinn der Bundesbank für den Bundeshaushalt. Wie die Notenbank mitteilte, erzielte man im vergangenen Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis, was vor allem darauf zurückzuführen war, dass man eine deutlich höheren Risikovorsorge wegen der Corona-Pandemie eingebucht hatte.

2019 meldete die Bundesbank noch einen Gewinn von 5,9 Mrd. EUR. Das dürfte den obersten Kämmerer des Landes nicht sonderlich erfreuen. Ihm fehlen damit rund 2,5 Mrd. EUR in der Kasse, wie es in den letzten Jahren eher üblich war. Allerdings wird diese Tatsache von den weitaus größeren Anforderungen überschattet, welche das Gesamtsystem der Corona-Maßnahmen an die jeweiligen öffentlichen Finanzen stellen.

In diesem Zusammenhang: Bundesbank-Präsident Jens Weidmann stellt sich auf die Seite derer, die den jüngsten Renditeanstieg vorerst herunterspielen in ihrer Bedeutung. Wie auch in Amerika hat es hier in der Euro-Zone zuletzt steigende Renditen gegeben, was natürlich
vor allem auch eine Reaktion auf die jüngsten Inflationssorgen war.

Doch wie für die Fed gilt auch für die EZB, dass diese wohl in dieser Hinsicht eher eine ruhige Hand bewahren möchte. Denn letztlich sind die höheren Euro-Renditen zuallererst einmal Signal für ein sich verbesserndes Konjunkturumfeld. D. h., dass man hier den Renditen sicherlich erst einmal etwas Spielraum lassen will, weil es wenig sinnvoll wäre, hier der aufkeimenden Konjunktur gleich mit harten Zinsbandagen wieder entgegenzutreten.

Zumal die EZB ja selbst zuletzt erneut darauf hinwies, dass man bei seinen bisherigen Programmen, insbesondere den Anleihenkäufen, bleiben wird und hier möglicherweise sogar noch Aufstockungen ins Kalkül zieht. D. h. letzten Endes, dass wohl die EZB den aktuellen Renditeanstieg sicherlich unter Beobachtung stellt, ihn aber weiterhin erst einmal laufen lässt, da er noch keine wirkliche kritische Größe erreicht hat.

Wir glauben selbst auch nicht, dass wir hier gleich zu einer Zins-Übertreibung kommen werden. Eher wird sich wohl das Renditeniveau in den nächsten Monaten auf ein gewisses Niveau einpendeln, das adäquat zu den aktuellen Wachstumsprognosen ist. Insofern rechnen wir nicht damit, dass von Seiten der EZB (wie auch bei der Fed) größere Aktivitäten entfaltet werden, um die aktuellen Entwicklungen schleunigst abzubremsen.

Game over für Techs?

Heute steht ein Chart am Anfang, der den Trend zum Ausstieg aus Tech-Titeln dokumentiert. Seit Tagen gehört der US-Tech-Index Nasdaq Composite zu den größten Verlierern. Auch der S&P 500 wird wegen seines hohen Anteils an Tech-Aktien mit nach unten gezogen. Nur der Dow Jones, der eine komplett andere Sektorengewichtung aufweist, gibt sich als ruhender Pol an den US-Aktienmärkten.

Inzwischen wird von Charttechnikern kolportiert, dass sich mit dem heutigen Tag eine kurzfristige Schulter-Kopf-Schulter-Formation vollenden könnte. Die Zunahme des Risikos weiterer Verluste ist damit nicht mehr von der Hand zu weisen. Und der Rest bliebe davon sicher auch nicht verschont, zumal überall die gleitenden Durchschnitte meilenweit tiefer liegen.

Also heißt es heute für uns, die beiden Aktienportfolien etwas zu lichten. Auch wenn wir von dem einen oder anderen Titel nach wie vor überzeugt sind und insgeheim auf die gegenteilige Entwicklung hoffen.

In dieser Woche gab es einige interessante Umfrageergebnisse, darunter die ISM-Umfrage vom
Februar in den USA. Sie zeigt, dass der US-Dienstleistungssektor so langsam wächst wie seit Mai 2020 nicht mehr.
Der PMI für den Dienstleistungssektor fiel auf 55,3 und enttäuschte damit ebenfalls die Erwartungen, die bei 58,7 lagen. Die Verschlechterung wurde angeführt von einem Rückgang der Auftragseingänge um 9,9 Punkte auf 51,9 und schwächeren Werten für die Indizes für Geschäftsaktivitäten, Beschäftigung und Importe.

Der Gesamtbericht deutet jedoch gerade nicht auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen hin, sondern spiegelt nur die Auswirkungen des rekordverdächtig kalten Wetters im Februar wider, das die Aktivität in mehreren US-Regionen beeinträchtigte. Vor diesem Hintergrund ist der Anstieg der neuen Exportaufträge und der Auftragsbestände ermutigend für den Ausblick. Darüber hinaus liegen alle Teilindizes über der Boom-BustLinie von 50, was darauf hindeutet, dass die US-Wirtschaft sich weiterhin im expansiven Bereich befindet.

Allerdings bestätigt der Bericht die Hinweise aus der ISM-Veröffentlichung des verarbeitenden Gewerbes Anfang der Woche, die auf einen Kostendruck hindeuten. Der Anstieg der gezahlten Preise um 7,6 Punkte auf 71,8 Punkte und die langsameren Lieferungen der Zulieferer spiegeln die logistischen Herausforderungen wider, die derzeit die globalen Lieferketten belasten. Dies wird nochmals durch den am Mittwoch veröffentlichten globalen Markit PMI für Februar unterstrichen, der einen Anstieg der Input- und Output-Preise sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor zeigt.

Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten taten diese Woche das ihre, um die Stimmung an der Wall Street einzutrüben. Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge wurden im Februar in der USPrivatwirtschaft nur 117.000 Stellen geschaffen. Experten hatten mit einem Plus von 177.000 gerechnet.

Gleichzeitig steht das Versprechen rascher Coronavirus-Massenimpfungen, zusätzliche staatlicher Konjunkturhilfen und einer anhaltend lockeren Geldpolitik der Notenbank Fed. Ihr zufolge hat sich in den USA die Geschäftsaktivität in den vergangenen Wochen weiter moderat
belebt. Der Jobaufbau vollzieht sich jedoch langsam. Die meisten Unternehmen sind mit Blick auf die nächsten sechs bis zwölf Monate optimistisch geblieben, da immer mehr Corona-Impfstoffe auf den Markt kommen.

Sorgen bereitet vor allem der erneute Anstieg der Anleihe-Renditen. Diejenige der richtungweisenden zehnjährigen T-Bonds erhöhte sich auf 1,481%. Ein Anstieg auf mehr als 1,5% bedeutet Gegenwind für den Aktienmarkt. Der einzige Sektor, der davon profitiert, sind die Banken.

Letztendlich bleibt das Base Case Scenario zugunsten einer sich beschleunigenden wirtschaftlichen Erholung in diesem Jahr, da die Pandemie unter Kontrolle kommt und sowohl die Geld- als auch die Fiskalpolitik ultra-akkommodierend bleiben. Dies wird die Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit unterstützen und den schwer getroffenen Dienstleistungssektoren weltweit Auftrieb geben.

Ebenfalls interessant: Eine jüngste Aussage des obersten chinesischen Bankenregulierers Guo Shuqing, in der er auf die Gefahr von Blasen sowohl an ausländischen Aktienmärkten als auch an inländischen Immobilienmärkten hinwies, warf Anfang der Woche einen Schatten auf die asiatischen Aktienmärkte. Die Kommentare des Vorsitzenden der „China Banking and Insurance Regulatory Commission“ folgen auf eine Reihe von Maßnahmen, die die Kommission Anfang des Jahres ergriffen hat, um exzessive Aktivitäten auf dem chinesischen Immobilienmarkt einzudämmen.

Die Kommentare sind besonders relevant, da sie im Vorfeld des Nationalen Volkskongresses am morgigen Freitag erfolgen, der einige Hinweise auf die politische Richtung und die Prioritäten Pekings in diesem Jahr geben wird. Shuqings Aussage deutet besonders
darauf hin, dass die chinesische Politik Vermögensblasen und nicht Deflationsdruck als das Hauptrisiko für die chinesische Wirtschaft ansieht, was bedeutet, dass die Straffung der Politik fortgesetzt wird.

Auch wenn der schwache chinesische PMI vom Februar temporär durch die Auswirkungen der Restriktionen während des chinesischen Neujahrsfestes getrübt wird, sehen wir letztendlich eine Abschwächung der Wirtschaftsaktivitäten, da der Nachlaufeffekt der massiven Stimulierungsmaßnahmen des letzten Jahres bis zur Jahresmitte abklingt. Klar ist, dass Peking als Reaktion auf die schwächeren Daten die Stimulierung wieder ankurbeln wird. Andererseits sind übermäßig restriktive Maßnahmen ebenfalls auszuschließen.

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