Was wird es werden – ein „L“, ein „U“ oder ein „V“?

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Während die Märkte derzeit mit hoher Tagesvolatilität noch auf der Suche nach einem belastbaren Boden sind (mit klaren Fortschritten), ist insbesondere unter Ökonomen immer noch umstritten, welches Szenario bei einer zukünftigen Konjunkturerholung zutreffen könnte. Angesichts der jüngst präsentierten Konjunkturdaten (neben den bekannt katastrophalen Arbeitsmarktdaten meldete Amerika bspw. gerade einen Rückgang bei den Einzelhandelsumsätzen im März um 8,7% und einen „Crash“ bei der regionalen Produktionstätigkeit in New York von minus-78,2%) scheint die aktuelle Diskussion noch eher akademischer Natur. Indes:

An diesen Szenarien hängt natürlich nicht nur die Perspektive für die Geld- und Fiskalpolitik, sondern auch die Perspektive für die generelle Markterholung. Wobei die Ausgangslage klar erscheint. Gerade hat der Internationale Währungsfonds seine Januar-Wirtschaftsprognose massiv nach unten korrigiert. Mit einhergehend ist auch ein massiver Anstieg der jeweiligen Staatsverschuldung sowie eine geradezu historisch zu nennende Ausweitung der jeweiligen Haushaltsdefizite (siehe Grafik).

Die Frage, die alle umtreibt: Scheinen auch die ganzen milliarden- bzw. billionenschweren Krisenprogramme kurzfristig gerechtfertigt, so muss man schon jetzt darüber nachdenken, wie diese wieder eingefangen werden können. Hilfreich dabei ist sicherlich auch der Blick zurück, wie es denn zu Zeiten der Finanzkrise war. Denn vergleicht man die derzeitigen Stützungsmaßnahmen mit denen der Jahre 2008-2010, fällt auf, dass wir im Einzelfall zwar aktuelle historisch einmalige Größenordnungen erreichen (derzeit rund 3,5% des BIP der G20), in der Summe sich dies allerdings relativiert (2008-2010 gesamt rd. 4,25%). Die Herausforderung, später die aktuelle Liquiditätsschwemme wieder einzufangen, ist also da, aber nicht unlösbar.

Doch zurück zur Eingangsfrage: Auch auf Basis der jüngsten IWF-Schätzungen läuft es wohl drauf hinaus, dass wir ein Zwischending zwischen V und U bekommen werden. Also erst zaghafte Erholungsversuche, die dann an Dynamik gewinnen werden. Das wird sich dann auch in den Unternehmensbilanzen wie auch Staatshaushalten schnell widerspiegeln, da dann die Basiseffekte zum Zuge kommen. 2020 wird dabei wohl noch nicht viel zu erwarten sein, höchstens mit Blick auf Q4. Aber 2021 ist dann schon eine ganz andere Hausnummer. Und natürlich werden die Märkte das antizipieren. Der Anleihenmarkt, so die klare Aussage vieler aktueller Anleihenkurse, steigt auf dieses Thema sogar schneller ein als der Aktienmarkt.