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Das morgen beginnende Jackson-Hole-Symposium der US-Notenbank hat bereits für Aufmerksamkeit an den Finanzmärkten gesorgt. Die alljährliche Konferenz, an der viele Notenbanker, Ökonomen und Regierungsvertreter teilnehmen, ist dieses Mal auf ein Online-Format zusammengeschrumpft. Im Fokus steht die Diskussion der Federal Reserve Bank über eine Drosselung der Anleihekäufe. Mit Spannung erwartet wird daher sndie Rede des Fed-Präsidenten Jerome Powell am Freitag.

Am Ende wird es aber sicher keine Klarheit über den Zeitpunkt, das Ausmaß und den Fahrplan für die Drosselung geben, nach der sich der Markt sehnt. Neben Äußerungen zu einer Verringerung der Anleihekäufe interessieren sich Anleger für Powells Beurteilung der aktuellen Situation hinsichtlich der Corona-Pandemie. Hierzu fanden wir die nachstehende Grafik interessant, die signalisiert, dass die Reproduktionsrate R0 bereits im Juli ihren Spitzenwert gesehen haben kann. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen (rollierender 7-Tage-Durchschnitt) verlangsamt sich weltweit. Sollte die Infektionsdynamik erfreulicherweise bereits nachlassen?

Die Flash-PMIs von IHS Markit für August zeigen eine zweigeteilte Wirtschaftsleistung in den wichtigsten entwickelten Märkten. Die Wirtschaftstätigkeit wird weiterhin durch die negative Pandemiedynamik in Australien und Japan belastet, wo die COVID-19-Infektionen zunehmen, die Impfkampagnen schleppend verlaufen und die Sperrungen verlängert sund ausgeweitet werden. Die PMIs für den Dienstleistungssektor fielen tiefer in den kontraktiven Bereich, und die
Wirtschaftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe verlangsamte sich.

In der Eurozone hingegen ist die Wirtschaftstätigkeit robust. Dies gilt insbesondere für den Dienstleistungssektor, wo der Flash-PMI positiv überraschte und mit 59,7 gegenüber den Erwartungen von 59,8 weitgehend unverändert blieb. Obwohl der PMI für das verarbeitende Gewerbe um 1,3 Punkte zurückging, bleibt er mit 61,5 Punkten relativ hoch.

In den USA und im Vereinigten Königreich schließlich verlangsamte sich die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor stärker als erwartet, wobei die CompositeIndizes 4,5 bzw. 3,9 Punkte verloren. Bemerkenswert ist, dass in beiden Ländern zwar heftige Infektionswellen zu verzeichnen sind, die Beschränkungen aber nicht verschärft wurden. Die relativ starken Rückgänge der PMIs in den USA und im Vereinigten Königreich – das, obwohl keine Beschränkungen verhängt wurden – deuten darauf hin, dass die zunehmenden Fälle die Verbrauchertätigkeit dämpfen.

Dies wird durch die Verschlechterung der jüngsten Umfrage der University of Michigan zum Verbrauchervertrauen untermauert. Somit stellen Unterbrechungen der Lieferketten und die Delta-Variante weiterhin Abwärtsrisiken für die Wachstumsaussichten der Industrieländer im dritten Quartal dar.

Der deutsche IFO-Index zeigt seinerseits, dass die Unternehmen ihren Optimismus weiter zurückschrauben. Der Gesamtindex fiel um 1,3 Punkte auf 99,4 Punkte, da die Erwartungen um 3,5 Punkte stärker als erwartet zurückgingen. Die Komponente der aktuellen Lagebeurteilung stieg dagegen um einen Punkt.

Die Verschlechterung war breit gefächert, lediglich der Bausektor verzeichnete eine Verbesserung. Diese Schwäche spiegelt auch hier die Auswirkungen von Engpässen in den Lieferketten und die Besorgnis über die Auswirkungen der steigenden COVID-19-Infektionen auf Dienstleistungsbranchen wie das Gastgewerbe und den Tourismus wider. Darüber hinaus stieg der IFO-Index für die Konjunkturunsicherheit leicht an und die Wahrscheinlichkeit eines Wirtschaftswachstums sank auf 33,9% – den niedrigsten Stand seit Januar.

Die Aussichten für das BIP-Wachstum im Euroraum im zweiten Halbjahr wurden in den letzten Monaten leicht nach unten korrigiert, was darauf hindeutet, dass Abwärtsrisiken bereits in den
Erwartungen verankert sind, obwohl die Einkaufsmanagerindizes des Euroraums bisher robust bleiben.
Die Risiken bestehen also auf kurze Sicht in einer eher weiter abwärts gerichteten Tendenz.

Während sich die weltweiten COVID-19-Fälle zu beruhigen scheinen und der Hafen von Ningbo-Zhoushan wieder geöffnet wurde – beides ist positiv für die Lieferketten -, steigen die COVID-19-Fälle in Deutschland (noch) weiter an. Die jüngsten PMI-Daten aus den USA und dem
Vereinigten Königreich zeigen, dass die Pandemie die Wirtschaftstätigkeit auch dann beeinträchtigen kann, wenn es keine Schließungen gibt.

Die wirtschaftliche Erholung wird mittelfristig eindeutig Aktien begünstigen. Bevorzugt werden letztlich Industriewerte, da diese von den robusten globalen Investitionen profitieren werden, da die Lagerbestände wieder aufgefüllt werden müssen. Außerdem sind Industriewerte gegenüber Wachstumswerten übergewichtet – erstere profitieren von einem steigenden Renditeumfeld. Nichtsdestotrotz schließen wir nicht aus, dass es bei den Risikoaktivas wie Aktien in nächster Zeit zu einem Schluckauf kommen könnte.

Zwar kletterte zuletzt der S&P 500 auf seinen 50zigsten Höchststand in diesem Jahr. Andere Teile der Finanzmärkte signalisieren jedoch eine größere Vorsicht in Bezug auf die Wachstumsaussichten. Die zyklischen Aktiensektoren haben sich seit dem 1. Juni schlechter entwickelt als die defensiven Sektoren, die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen erreichte Ende März ihren Höchststand.

In jüngster Zeit stieg auch der Dollarindex (DXY), während die Währungen mit hohem Beta an Wert verloren haben. Dies wirft die Frage auf, ob Aktien in der Breite auch weiter die Signale ignorieren können, die diese Märkte aussenden. Bezogen auf den Dax sind ja 16.000 Punkte auch
ein Wort.

Ein möglicher wichtiger Katalysator für den oben erwähnten kurzfristig drohenden „Schluckauf“ an den Aktienmärkten sind weitere Abwärtskorrekturen der Wachstumserwartungen. Die Bloomberg-Konsensschätzungen für das BIP-Wachstum im dritten Quartal wurden in den letzten Monaten nur geringfügig korrigiert. Eine deutlichere Revision könnte zum Auslöser einer Abwärtsbewegung der Aktien werden.

Die Anfang dieser Woche veröffentlichten Flash-PMIs für August zeigen, dass die Delta-Infektionswelle die Wirtschaftstätigkeit in den USA und im Vereinigten Königreich zwar beeinträchtigt. Darüber hinaus sind die Aussichten für das vierte Quartal – mit Ausnahme des Euroraums – nach wie vor robust und haben sich im Falle der USA verbessert.

Bei den internationalen Autobauern brachte die vergangene Woche auch keine Zeitenwende. Zu sehr hängt der Ausstoß von den Lieferengpässen bei Schaltkreisen ab. So kamen die drei Branchenriesen in den vergangen Wochen nach schlechten Nachrichten immer wieder unter Druck. Toyota fiel, weil der Konzern die globale Produktion aus besagten Gründen im September um 40% reduzieren will. Ins gleiche Horn stießen die Volkswagen Töchter Audi und Porsche mit der Ankündigung weiterer Produktionskürzungen.

Volkswagen selbst sieht einen ersten Silberstreif gegen Jahresende und dürfte bis dahin ebenfalls die Produktion einschränken. Auch bei Ford dürfte die Produktion des populären, in Kansas City produzierten Elektro-Pickups F-150 wegen Chipmangels erst einmal stottern. Autoaktien daher vorerst halten mit Stop-Loss. Hier könnten noch weitere Bad News kommen.

In China haben die Aktienmärkte während der laufenden Woche wieder nach oben korrigiert und den Ausverkauf der Vorwoche teilweise neutralisiert. Dennoch verbleibt seit Jahresanfang noch ein sattes zweistelliges Minus. Die Aussage von Präsident Xi Jinping, er wolle ein China mit allgemeinem Wohlstand im Gegensatz zum Reichtum weniger und einer armen Masse, dürfte im regulatorischen Vollzug nach unserer Meinung nichts anderes als die Einführung einer Vermögensteuer bedeuten. Allerdings dürfte die erhebliche Freibeträge ausweisen und nicht überall sofort Geltung erlangen. Eine Ertragsteuer für Kapitalgewinne wären zusammen mit
einer Erbschaftssteuer weitere gestalterische Optionen für den Wohlfahrtsstaat.

Für die chinesischen Aktien dürfte die Gesamtsituation weiter einem größeren Kursanstieg entgegenwirken, auch wenn der Ausverkauf der Vorwoche klare Züge von Panik und Zwangsliquidationen aufwies. Halten Sie an Ihren Aktienbeständen fest, aber verschieben Sie spekulative Optionspositionen, bis sich ein Boden ansatzweise ausgebildet hat.

Die Ölpreise zogen nach den Einbußen der vergangenen Tage deutlich an. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich zeitweise wieder auf mehr als 72 USD. Auch die Basismetalle sprangen wieder nach oben. Hier glauben wir angesichts der in der COVID-19-Grafik anfangs geäußerten Hoffnung auf Besserung. Eine weiter starke Nachfrage – gerade bei Öl und Kupfer – würde die Branchenvertreter unter den Aktien erneut beflügeln können. Also „Buy on Dips“

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