Was kommt nach dem Quartalsschluss?

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Die häufigsten zwei Fragen von Investoren lauten derzeit, wie lange der gegenwärtige Wachstumsboom anhalten wird und wie viel davon schon eingepreist ist. Daneben fragt sich jeder, mit welchen Sonderfaktoren – positiv wie negativ – man für Q3 rechnen muss. Warum sollte man andererseits nicht investieren angesichts zunehmendem Wachstums, außergewöhnlich hohen Stimuli durch Fiskal- und Geldpolitik, einer niedrigen Inflationsrate und vor allem Unmengen liquider Mittel, die eigentlich auf ein Investment warten?

Per heute kann man jedenfalls festhalten, dass die wichtigen Einkaufsmanagerindices zuletzt weltweit unisono besser ausgefallen waren als gemeinhin erwartet. Natürlich kann die Wirtschaft nur mit gebremstem Tempo zulegen und so den Stand des Vorjahres definitiv nicht
mehr erreichen. Dennoch: 30% Plus im dritten Quartal und 9% im darauffolgenden vierten Quartal könnten die passende Begleitmusik zu höheren Kursen werden.

Wir wollen Ihnen in dieser Ausgabe für den DAX-Kursindex (ohne Dividenden) und den Euro Stoxx 50 (ebenfalls ohne Dividenden) den Stand einiger technischer Indikatoren zeigen, um eine weitere Entscheidungsgrundlage zu geben. Es geht um die folgenden fünf Indikatoren, die auf einen Zeitraum seit Jahresbeginn betrachtet werden:

1) ADX: Der ADX (Average Directional Movement) zeigt ausschließlich die Stärke eines Trends und nicht die Richtung. So deutet ein steigender ADX auf eine Trendphase und ein fallender ADX auf eine trendlose Phase hin. Werte über 15 zeigen das Vorhandensein einer Trendphase, darunter spricht man von einer trendlosen Periode

2) Money Flow Index: Dieser Volumenindex zeigt in einer Skala von 0 bis 100, ob der Zufluss oder Abfluss von Geldern am Markt stattfindet.

3) Commodity Channel Index: Der „CCI“ misst den Abstand der Kurse von ihrem „gleitenden Durchschnitt“ und erlaubt damit ein Messen der Trendstärke bzw. Trendintensität. Zwischen Werten von +100 bis -100 ist der Markt trendlos, darüber und darunter gibt es entsprechende Signale.

4) MACD: Der Moving Average Convergence/Divergence Indikator zeigt das Zusammen- bzw. Auseinanderlaufen zweier unterschiedlich langer gleitender Durchschnitte. Schneidet der kurze den langen Durschnitt von unten nach oben, gibt es ein Kaufsignal – umgekehrt ein Verkaufssignal.

5) Williams %R: Der Williams %R gehört zu den Oszillatoren, mittels denen
man ermitteln kann, ob Märkte überverkauft oder übergekauft sind. Das Ergebnis
schwankt von 0 bis -100 Punkte. Bei Werten von 0 bis -20 entsteht ein Verkaufssignal, bei -80 bis –100 ein Kaufsignal.

Die nebenstehende Tabelle gibt Ihnen für die beiden Aktienindices einen Überblick.
Wir haben zum besseren Verständnis eine Skalierung von –/-/0/+/++ zugrunde
gelegt.

In welche Richtung entwickelt sich das nun in den kommenden Wochen? Hier geben der 50-Tage und der 100-Tage Kursdurchschnitt eine zusätzliche Hilfestellung, denn bei beiden Indices besteht eine veritable Chance, dass der kurze den langen Durchschnitt von unten nach oben
schneidet. Das wäre dann ein willkommenes Kaufsignal.

Wovon die meisten Aktienmärkte im dritten und möglicherweise im vierten Quartal profitieren könnten, ist die kurzfristige Dynamik und eben nicht die mittelfristige Malaise. Diese Einschätzung spiegelt die Beobachtung wider, dass die meisten zyklischen Vermögenswerte dazu
neigen, sich zu verteuern, solange sich der globale Konjunkturzyklus in einem Aufschwung befindet. Die Preisdynamik ist häufig an Wendepunkten besonders stark – vor allem dann, wenn die Bewertungen günstig sind, defensivere Positionen vorherrschen und Aufwärtsdaten häufiger positiv überraschen.