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Die Berichtssaison brachte in den vergangenen Tagen einiges an Bewegung in den Aktienmarkt. Zum Problem wird, dass die Messlatte der Erwartungen an die Unternehmen einfach zu hoch liegt und so selbst positive Überraschungen keine Euphorie auslösen. Steigende Kurse bleiben aus. Im Gegenteil, gute Zahlen und Kursgewinne werden schnell wieder verkauft. Das zeigte sich bei Amazon (minus 7%) genauso wie bei Bausch Health Companies (minus 15%).

Neue Sorgen über die Delta-Variante des Coronavirus – China will hier mit Verkehrsbeschränkungen eine Ausbreitung verhindern – und eine sich verlangsamende US-Wirtschaft überschatteten zuletzt den Optimismus, der sich auf die Hoffnung auf steuerliche Anreize und eine starke Gewinnsaison im zweiten Quartal stützte. Dazu kamen Aussagen von Christopher Waller, dem Gouverneur der US-Notenbank, dass die Fed ihre Unterstützung für die Wirtschaft bis Oktober zurückfahren könnte, wenn die nächsten beiden monatlichen
Arbeitsmarktberichte jeweils einen Anstieg der Beschäftigung um 800.000 bis eine Million zeigten.

Zurück zu Corona: Angesichts der erneut steigenden Ausbreitung des Virus reibt man sich etwas verwundert die Augen, wenn man die Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors sieht. Eine klare Differenzierung hinsichtlich der Impfrate in der Bevölkerung ist nachvollziehbar. So ist der Optimismus aber auch im schwer gebeutelten Vereinigten Königreich mit knapp 60,0 relativ hoch. In der Eurozone bewegt er sich mit 59,8 auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Noch besser sind die Vereinigten Staaten mit 64,1. Die Frage ist nur, ob die Signale für eine wesentliche konjunkturelle Besserung die Situation richtig abbilden. Kann der Dienstleistungssektor einer erneuten Ausbreitung wirklich so gelassen entgegensehen?

Das zweite Problem hat derzeit noch einen lokalen Anstrich, der aber Potenzial zum globalen hat: enttäuschende chinesische Konjunkturdaten. Der Einkaufsmanager-Index der chinesischen Industrie lag im Juli nur noch knapp über dem Niveau, das Wachstum signalisiert. Die Volksrepublik ist der Motor der wirtschaftlichen Erholung in Asien.

Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes deuten darauf hin, dass sich die Wirtschaftstätigkeit weiter verlangsamt. Der Caixin PMI fiel im Juli um 1 Punkt auf 50,3 und lag damit unter den erwarteten 51,0. Auch der NBS-Index für das verarbeitende Gewerbe ging auf 50,4 zurück und enttäuschte damit die Erwartungen eines Rückgangs um 0,1 Punkte auf 50,8. Der offizielle PMI für das nicht-verarbeitende Gewerbe ging von 53,5 auf 53,3 zurück.

Die Komponenten des NBS-PMI deuten darauf hin, dass die Schwäche des verarbeitenden Gewerbes durch angebotsseitige Beschränkungen noch verschärft wurde. Pekings Entkarbonisierungsbemühungen und die jüngsten Überschwemmungen in Zentralchina belasten die Produktion. Zum einen ging der Produktionsindex schneller zurück als die Auftragseingänge. Darüber hinaus haben sowohl der Input- als auch der Output-Preisindex trotz der rückläufigen Produktion zugelegt. Die aktuellen COVID-19-Ausbrüche werden auch die Aktivität des Dienstleistungssektors in nächster Zeit wahrscheinlich belasten.

Der Ton der Politbüro-Sitzung vom vergangenen Freitag deutet darauf hin, dass die Behörden zunehmend besorgt über die Wachstumsaussichten für 2022 sind. Im ersten Szenario (Basisszenario) würde sich die Wirtschaft abschwächen, aber die Schmerzgrenze des Politbüros
nicht überschreiten. Die Politik würde geringfügig gelockert, um die Ängste der Märkte zu zerstreuen, und die Geldpolitik würde zusammen mit den Maßnahmen für einige Nicht-Kernsektoren leicht gelockert werden.

In diesem Szenario wird das Tempo der regulatorischen Verschärfung in nächster Zeit aber nicht nachlassen. Chinas Wirtschaftspolitik ist von der Festlegung eines jährlichen Wachstumsziels zu einer mehrjährigen Planung übergegangen. Dies ermöglicht den politischen Entscheidungsträgern eine höhere Toleranz für kurzfristige Probleme im Austausch für langfristige Vorteile. Außerdem sind die neuen Vorschriften für die Industrie Teil von Chinas langfristiger Strukturreformagenda.

Im zweiten Szenario gelingt es den politischen Entscheidungsträgern nicht, das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen. Ausländische und inländische Anleger würden Chinas politische Ausrichtung neu bewerten und die Aussichten für das Wachstum der Unternehmensgewinne neu einschätzen. Der Ausverkauf an den Märkten würde sich fortsetzen, wie in den Jahren 2015 und 2018 nach den politischen Schocks. In diesem Szenario würden die chinesischen Politiker wahrscheinlich ihre Reformagenda zumindest vorübergehend aufgeben und einen entschiedenen Kurswechsel vornehmen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Ein drittes Szenario wäre, dass China durch das externe Umfeld herausgefordert wird, entweder durch eine deutliche Zunahme geopolitischer Konflikte oder durch ein weit verbreitetes Wiederauftreten neuer COVID-Fälle. Beide Aspekte würden beträchtliche Abwärtsrisiken für die chinesische Wirtschaftstätigkeit mit sich bringen. Diese Risiken würden die Behörden dazu zwingen, eine restriktivere Haltung einzunehmen und das Tempo der internen Reformen zu verlangsamen.

Im zweiten und dritten Szenario würde sich die Talfahrt am Aktienmarkt in naher Zukunft wahrscheinlich noch verstärken, bevor die Kurse ihren Tiefpunkt erreichen, weil das harte Durchgreifen der Regulierungsbehörden gestoppt wird und eine entscheidende Wende zu reflationären Maßnahmen erfolgt. Sowohl 2015 als auch 2018 dauerte es 6 bis 12 Monate und brauchte erhebliche Anreize, bis die chinesischen Aktienkurse ihren absoluten Tiefpunkt erreichten. Soll heißen: wir halten erst einmal an den bestehenden Engagements fest. Nach den
Panikverkäufen der vergangenen Wochen ist eine Erholung relativ sicher, denn die meisten großen TMT-Titel zeigen bereits erste Stabilisierungsansätze.

In dieser Woche kam das Quartalsergebnis des chinesischen Online-Shopping-Giganten Alibaba, der als erster von Pekings zunehmendem Vorgehen gegen die Privatwirtschaft erschüttert wurde. Die Aktie hatte seit Oktober rund 40% Kursverlust zu verzeichnen. Trotz steigender Umsätze meldete das Unternehmen einen Gewinnrückgang. Der Nettogewinn von 45,1 Mrd. RMB oder etwa 7 Mrd. USD sank von 47,6 Mrd. RMB vor einem Jahr, war aber etwas besser als die kürzlich gesenkten Analystenschätzungen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 34% auf ca. 32 Mrd. USD, blieb aber etwas hinter den Erwartungen zurück.

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