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Big Tech brachte in den vergangenen Tagen recht positive Zahlen für das vierte Quartal 2020, was eine erste kräftige Korrekturbewegung an den weltweiten Aktienmärkten auslöste. Offensichtlich waren die Erwartungen in den Kursen bereits eskomptiert. Alle Aktien verloren. Dabei war das Zahlenwerk wirklich überzeugend.

Apple hat trotz der Corona-Krise und Ladenschließungen rund um den Globus im Weihnachtsgeschäft Umsatz wie Gewinn in bis dato nie erreichte Höhen gehoben. Die Erlöse kletterten um 21% auf 111,4 Mrd. USD. Das neue 5G-fähige iPhone 12 sowie eine größere Modellauswahl von Mac-Computern und iPads wurden gekauft. Der Gewinn legte um 29% auf 28,76 Mrd. USD zu. Im ersten Geschäftsquartal zum 26. Dezember blieb das iPhone der größte Umsatzgarant. Allein mit den Geräten erlöste Apple 65,6 Mrd. USD und damit 4 Mrd. USD mehr als im bisher besten Quartal 2018. Apple hat damit bei den Smartphones Samsung überholt.

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat den Nettogewinn im vierten Quartal um 26% auf umgerechnet 4,9 Mrd. EUR gesteigert. Der Umsatz des weltgrößten SmartphoneHerstellers stieg um 3% auf 45,7 Mrd. EUR. Im laufenden Quartal rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einer weiter robusten Nachfrage nach seinen Chips und höheren Umsätzen im Smartphone-Geschäft. Allerdings warnte Samsung, dass aufgrund von Währungseffekten und höheren Kosten im Zusammenhang mit der Halbleiterproduktion der Gewinn schwächer ausfallen könnte.

Auch Facebook konnte in der Corona-Krise seine Stärken ausspielen. Angesichts geschlossener Läden brachten noch mehr Unternehmen ihre Werbung ins Netz, um im Weihnachtsgeschäft Kunden online anzulocken. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal um 33% auf knapp 28,1 Mrd. USD, davon stammen 97% aus Werbung. Der Gewinn kletterte sogar um 53% auf 11,22 Mrd. USD. Die Quartalszahlen spiegeln dabei auch den Erfolg der neuen Fokussierung auf den Onlinehandel wider. Inzwischen zählt das Netzwerk, zu dem neben der gleichnamigen Plattform auch der Messenger Whatsapp und die Foto-Plattform Instagram gehören, monatlich 2,8 Mrd. aktive Nutzer.

Der weltweite Trend zum Homeoffice und Cloud-Computing lässt Microsoft von der Corona-Krise am meisten profitieren. Der Umsatz des weltgrößten Softwarekonzerns kletterte von Oktober bis Dezember um 17% auf 43,1 Mrd. USD. Das Wachstum wurde besonders von der CloudSparte mit ihrer Plattform „Azure“ angeschoben, die allein auf ein Erlösplus von 50% kam. Das war mehr als von Analysten erwartet wurde. Die Aktie legte nachbörslich 6% zu. Der Konzerngewinn stieg um 33% auf 15,5 Mrd. USD. Am Mittwoch konnte die Aktie den anfänglichen Kursanstieg allerdings ebenfalls nicht über die Ziellinie retten.

Braut sich hier eine größere und länger anhaltende Korrektur zusammen? Sicher ist, dass seit Anfang November erhebliche Gewinne bei den Anlegern aufgelaufen sind und die Spekulation im Januar neue Blüten getrieben hat. Gewinne werden offensichtlich jetzt mitgenommen mit der Begründung, dass die Pandemie die konjunkturellen Bremsspuren unerwartet ausweiten könnte. Damit wären viele Ertragserwartungen für das laufende Jahr Makulatur.

Daher flogen nicht nur die Techtitel aus den Depots, sondern auch alles, was unter dem Begriff „Back to Work“ zusammengefasst werden kann: Hoffnungswerte wie Zykliker und SmallCaps. Indes: Wir gehen nicht davon aus, dass die Verluste in den Aktienindices die Marke von 5% wesentlich übersteigen wird. Denn gerade die institutionellen Investoren haben diese Rallye teilweise versäumt und warten an den Seitenlinien auf günstige Einstiegsmöglichkeiten. Die technische Lage hat sich aber auf jeden Fall eingetrübt. Das zeigen unsere Indikatoren mit dreimonatigem Betrachtungshorizont.

Zur nochmaligen Erläuterung:

1) ADX: Der ADX (Average Directional Movement) zeigt ausschließlich die Stärke eines Trends und nicht die Richtung. So deutet ein steigender ADX auf eine Trendphase und ein fallender ADX auf eine trendlose Phase hin. Werte über 15 zeigen das Vorhandensein einer Trendphase, darunter spricht man von einer trendlosen Periode.

2) Money Flow Index: Dieser Volumenindex zeigt in einer Skala von 0 bis 100, ob ein Zufluss oder Abfluss von Geldern am Markt stattfindet.

3) Commodity Channel Index: Der „CCI“ misst den Abstand der Kurse von ihrem „gleitenden Durchschnitt“ und erlaubt damit ein Messen der Trendstärke bzw. Trendintensität. Zwischen Werten von +100 bis -100 ist der Markt trendlos, darüber und darunter gibt es entsprechende Signale.

4) MACD: Der Moving Average Convergence/Divergence Indikator zeigt das Zusammen- bzw. Auseinanderlaufen zweier unterschiedlich langer gleitender Durchschnitte. Schneidet der kurze den langen Durschnitt von unten nach oben, gibt es ein Kaufsignal – umgekehrt ein Verkaufssignal.

5) Williams %R: Der Williams %R gehört zu den Oszillatoren, mittels denen man ermitteln kann, ob Märkte überverkauft oder überkauft sind. Das Ergebnis schwankt von 0 bis -100 Punkte. Bei Werten von 0 bis -20 entsteht ein Verkaufssignal, bei -80 bis –100 ein Kaufsignal. Die nebenstehende Tabelle gibt Ihnen für die beiden Aktienindices einen Überblick. Wir haben zum besseren Verständnis eine Skalierung von –/-/0/+/++ zugrunde gelegt.

Interessant auch, was die konjunkturreagiblen Rohstoffpreise in den vergangenen Tagen gezeigt haben: Bei Kupfer ging es zurück auf Jahresanfang (minus 5% vom Top), bei Eisenerz gab es eine ähnliche Entwicklung, wenn auch geringer. Nur beim Rohöl passierte nahezu gar nichts. Das erklärt unsere Präferenzen für Energietitel, wenn es um
Rohstoffaktien geht.

Neben Befürchtungen, die die Ergebnisse des ersten Quartals betreffen, gibt es auch erste Anzeichen, dass die Wachstumsraten der Konjunkturlokomotive China in Kürze ihren diesjährigen Spitzenwert erreichen werden. Eine Normalisierung von Fiskal- und Geldpolitik hat bereits eingesetzt. Vorerst steigen die Unternehmensgewinne weiter an, der private Konsum boomt.

Allerdings sieht man am chinesischen Aktienindex CSI 300, dass der Aufwärtstrend relativ steil geworden ist. Und in zwei von drei Phasen der vergangenen zehn Jahre führte eine restriktivere Notenbankpolitik, die möglicherweise bald Einzug hält, zu fallenden Aktienkursen. Doch angesichts der weltweiten Geldmengenausweitung, die über eine höhere Exportnachfrage auch die chinesische Konjunktur beflügeln dürfte, glauben wir nicht, dass chinesische Aktien an einer Wasserscheide stehen. Eine Konsolidierung wäre schon eher möglich.

Die nebenstehende Grafik zeigt die jährliche Änderung der USGeldmenge M2 (Bargeld, Sichtguthaben von Nichtbanken, Sparguthaben, Terminguthaben) sowohl nominal als auch inflationsbereinigt. Wenn man es sich ganz einfach machen will, müssten Aktien unter der Annahme, sie wären Ende 2019 fair bewertet gewesen – wir ignorieren einmal die Corona-bedingten Einbußen, weil sie langfristig keine Rolle spielen sollten -, allein durch den Anstieg der Geldmenge M2 heute 25% höher stehen. Die sogenannte Asset Price Inflation läuft natürlich nicht derart linear, gibt aber einen Anhaltspunkt.

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